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Das Problem der Übernachtung während der kältesten Periode des Winters stellt sich in besonderem Maße für die 8.000 bis 10.000 Petersburger Obdachlosen. Die 13 staatlichen Nachtasyle für Obdachlose stellen insgesamt nur 300 Betten und zwar nur für die wenigen der Betroffenen, die über alle nötigen Papiere verfügen und ihren früheren Wohnsitz im jeweiligen Stadtbezirk nachweisen können. Die übrige „Armee“ von papierlosen oder auswärtigen Obdachlosen bleibt auf der Straße.

Im Jahr 2007 stellte die Hilfsorganisation „Notchezhka“ zum ersten Mal ein Wärmezelt für ca. 60 Menschen bereit, das von November bis Ende März in Betrieb war. 2008/2009 wurden es schon zwei Wärmezelte, wobei sich die Stadtverwaltung an den Betriebskosten beteiligte. In diesem Winter hatte weder „Notchlezhka“ noch die Stadt St. Petersburg Geld, um diese Wärmezelte anzubieten. Man wandte sich an die Malteser.

Dank der schnellen und großzügigen Unterstützung des Caritas-Arbeitskreises Bad Gögging e.V. konnten wir bereits Ende Oktober mit der Vorbereitung beginnen: Wärmeaggregate reparieren,  Mietvertrag für Bio-Toilette abschließen, Müllabfuhr regeln, Wachpersonal aussuchen.

Ab 1.November 2009 wurde das erste Wärmezelt für 70 Übernachtende in Betrieb gesetzt.

Die Menschen werden erst ab 21 Uhr eingelassen. Jeder wird registriert und bekommt zunächst ein warmes Essen: Suppe, Tee, Brot. Für Sauberkeit, Ordnung und Nachtruhe sorgen zwei Diensthabende, selbst ehemalige Obdachlose.

Morgens, bevor wieder der harte Alltag beginnt, erhält jeder ein warmes Frühstück. Außerdem steht jedem Obdachlosen als Angebot zu, sich im Duschcontainer zu waschen. Eine Malteser-Krankenschwester kommt dreimal pro Woche, untersucht die Menschen und kümmert sich um deren gesundheitliche Probleme.

Ab 1. Januar 2010 hat das Projekt zusätzlich den Betrieb des zweiten Wärmezeltes übernommen, nachdem die Hilfsorganisation „Notchlezhka“ die Restspende vom Vorjahr aufgebraucht hatte. Das zweite Zelt, gestiftet von einem St. Petersburger Rotary-Club, ist gemütlicher, wärmer aber kleiner, für nur 25-30 Nachtgäste.

Anfang April 2010 näherte sich die gesamte Zahl der Personen, die zumindest einmal im Wärmezelt übernachtet haben, auf fast 1000. Darunter waren Frauen, Jugendliche, sogar Familien mit Kleinkindern.

Die beiden Wärmezelte sind noch bis Ende März im Betrieb, da der Winter in St. Petersburg noch lange nicht vorbei ist. Und wir können froh sein, daß wir die härteste Kälte, die von November bis Ende Februar immer wieder zurückgekehrt ist (bis – 25° Grad), ohne große Verluste überstanden haben. Wir sind den Spendern aus Deutschland zutiefst dankbar, dass wir gemeinsam die Menschen vor Frost- und Brandwunden und letztlich vor Erfrierungen und Tod bewahren konnten.

Wir hoffen, daß die Stadt St. Petersburg für den bevorstehenden Winter 2010/2011 eine bessere Lösung findet, als ein Armeezelt mitten im Stadtzentrum aufzuschlagen, und auch das nötige Geld bereit stellen kann.

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