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Die Initiative kam aus Deutschland

1996 wurde eine kurze Reportage über die Misere der Petersburger Obdachlosen im deutschen Fernsehen übertragen. Es wurde gezeigt, wie diese in eisiger Kälte ein Glas heißes Wasser bekommen. Da sie sich der furchtbaren Entbehrungen der Kriegszeit gut erinnerte, reiste nach dieser Sendung Frau Doris Epple aus einem kleinen Dorf am Bodensee nach St. Petersburg, um die Petersburger Obdachlosen von der schrecklichsten aller Nöte zu erlösen – von der Hungersnot. Auf die darauf folgende Initiative von Frau Epple nahmen sich im Jahr 2002 die Petersburger Malteser der Organisation der Obdachlosenspeisung an.

Schlicht, aber satt

Aus einer ganzen Reihe von Gründen hat man auf die Idee einer stationären Suppenküche verzichten müssen. Man einigte sich auf die Ausgabe einer warmen Speisung an den Stätten, an denen sich Obdachlose in der Stadt aufhalten: bei der Anmeldestelle der Hilfsorganisation „Notchlezhka“ und dem ältesten staatlichen Nachtasyl des Zentralny-Stadtbezirkes.

Natürlich können die Obdachlosen nicht mit einem vielfältigen Menü rechnen, denn die ganze Essensausgabe erfolgt unter den Umständen einer Feldküche, oft direkt unter freiem Himmel. Aber selbst dadurch wird das Hauptziel erreicht: zumindest einmal am Tag können die Obdachlosen sich warm satt essen, anstatt sich auf der Suche nach Essbarem durch Mülltonnen zu wühlen.

Eine Malteser-Ration besteht aus einem halbfertigen Gericht (Nudel-, Kartoffelgericht oder Brei), genügend Brot und einem warmen Getränk (Tee/Kaffee).

Die Privatinitiative wird belohnt

Wie bekannt, ist die Grundeinstellung der Gesellschaft zu den Obdachlosen von unterschiedlichen negativen Faktoren bedingt. Schon deshalb würde nicht jeder von uns mit diesen Menschen arbeiten wollen. Deswegen haben die Malteser St. Petersburg von Anfang an die Eigeninitiative der Obdachlosen mit eingeplant, und diese beteiligen sich auch wirklich immer mehr an der Arbeit des Projektes: Sie teilen das Essen aus, bewahren das Lebensmittellager, entfernen den Müll vom Gelände. Für uns sind das eindeutige Beweise dafür, dass diese Zeichen der gegenseitigen Achtung und des Vertrauens zur positiven Entwicklung der Partnerschaft beiträgt.

Das Essen reicht für alle ….nicht aus!

Leider ist sowohl die Eintönigkeit der Ration als auch die begrenzte Zahl der Portionen mit Engpässen in der Finanzierung zu erklären. Neben den insgesamt 80 Bewohnern der beiden Nachtasyle, die zweimal am Tag mit Essen versorgt werden, können max. 60 „Straßenobdachlose“ mit einem warmen Essen rechnen, und eben nur werktags.

Eine große Stütze ist uns die Hilfsbereitschaft der Handelskette „METRO“, die uns regelmäßig das Brot „von gestern“ spendet. Dank der Unterstützung von „METRO“ erfahren auch Obdachlose manchmal unerwartete Freude, wenn ab und zu Pralinen, Waffeltorten oder „Kwas“ (Brothefe-Getränk) gespendet wird.

Wie im Leben jedes anderen Menschen ist Stabilität das trost- und hoffnungspendende Gut in der Lebenssituation dieser Menschen. Sie brauchen die Sicherheit, dass auch morgen der lange Fußweg zu der anderen Stadtecke in der ul. Borowaja, 112b nicht vergeblich sein wird. Und dafür brauchen wir Ihre Hilfe, sowohl in Form von Geld- als auch von Sachspenden, wie z.B. Dosen mit halbfertigen Gerichten, Tee, Zucker oder beliebige Konserven.



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