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Vorgeschichte.

Der Hospitaldienst, d.h. die Pflege von Kranken und Verletzten, war der Ursprung aller Tätigkeiten des Malteserordens und verlieh ihm seinen Namen: der Hospitalorden.

 

Dieser Tradition folgend, übernahmen die Malteser St. Petersburg die Pflege von alleinstehenden bettlägerigen Patienten der neurologischen Abteilungen in den staatlichen Krankenhäusern.

Projekt heute

Seit 2002 sorgt das Projekt auch für die Menschen, von derer Existenz die Gesellschaft am liebsten nichts wissen will: die Obdachlosen. Man muss sich vorstellen, dass es in der 5-Millionen-Stadt St. Petersburg 50.000 solcher Menschen gibt, ohne Dach, ohne Wohnrecht und damit ohne jegliche soziale und medizinische Hilfe. Ein Fünftel davon ist am schlimmsten betroffen, denn sie müssen wirklich auf den Straßen hausen.

In einem Sanitätscontainer, der extra für diese Zwecke 2008 erworben und ausgestattet wurde, leistet eine Malteser-Krankenschwester erste medizinische und pflegerische Hilfe für alle Obdachlosen. Dazu gehören in erster Linie die 40 schwerstbehinderte Bewohner des Nachtasyls.

Mit der Zeit musste die Krankenschwester ihre Kompetenzen notwendigerweise um weitere soziale Aufgaben ergänzen, denn die Versorgung der chronischen gesundheitlichen Probleme dieser Menschen bliebe sinnlos, wenn die Ursache ihrer armseligen Existenz bestehen bleibt. Deshalb kümmern sich die Malteser aktuell auch um die Beantragung der Sozialrenten und Pflegestufen für die behinderten Obdachlosen oder um die Wiederherstellung und Komplettierung der nötigen Papiere für die Aufnahme in staatliche Alten- und Pflegeheime.

Besonders stolz waren wir, als der Einsatz unserer Krankenschwester Nadezhda Srjachkina für die Verbesserung der Lebensqualität der Obdachlose mit einem Verdienstzeichen der Bürgermeisterin von St. Petersburg ausgezeichnet wurde: Im März 2008 überreichte man ihr die Auszeichnung „Für die Barmherzigkeit“.

Seit 2004 nahm sich das Projekt „Hospitalier“ auch der Versorgung von minderbemittelten, sehbehinderten Menschen mit einer Brille an. Den Maltesern ist es gelungen, ein einzigartiges Beratungszentrum aufzubauen, in dem monatlich bis zu 150 Menschen von einer Fachärztin untersucht, beraten und mit einer neuen Brille versorgt werden. Alle Dienste sind für die Menschen kostenfrei.

Je nach Möglichkeit versucht das Projekt, die anderen akute Probleme der alleinstehenden behinderten Menschen zu lösen. In Ausnahmefällen sind Malteser bereit, die zeitweilig Versorgung mit Inkontinenzmitteln oder wichtigsten Medikamenten zu übernehmen.

Nähere Zukunftspläne

Die individuelle soziale Armut in St. Petersburg ist wegen der bestehenden Strukturschwäche des staatlichen Sozialhilfesystems vielseitig und in der Regel mit einem Eingriff nicht zu lösen. So wurde uns angesichts der Lage von bettlägerigen Patienten in der Pflegeabteilung, die diese nach 21 Tage verlassen müssen, der akute Bedarf an häuslichem Pflegepersonal offensichtlich.

 

Im Moment sind wir dabei, einen häuslichen Betreuungs- und Pflegedienst für bettlägerige Menschen zur Entlastung ihrer Familienangehörigen aufzubauen.

Kontakt:

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