Das Projekt entstand 2004 und wurde zum Vorläufer des erst 2007 eingeführten staatlichen "Sozialen Taxi"-Dienstes (Fahrdienst für Behinderte). Bis 2007 wurden behinderte Menschen mit privaten Pkws und malteser-eigenen Fahrzeugen befördert.
Seit 2008 kümmert sich das Projekt hauptsächlich um die behinderten Kinder. Dank der finanziellen Unterstützung aus dem bayerischen Bad Gögging entstand ein karitativer Fahrdienst. Er kümmert sich um die kleinen Patienten der Orthopädie-Klinik, um die bereits operierten Kinder im Reha-Zentrum und die gehbehinderten Kinder aus mittellosen Familien. Galina Gusseva, selbst Mutter einer behinderten Tochter, vereinbart, erbittet, organisiert und begleitet jedesmal einen kostengünstigen Besuch des Theaters, eines Museums, einer Ausstellung, in den Zoo oder Zirkus, ins Delphinarium und Ozeanarium, zu Festveranstaltungen, Messen oder Kirchen. Ein angemieteter behindertengerechter Bus holt die Kinder von der Klinik ab oder sammelt sie von zu Hause ein. Pro Monat werden bis zu 12 solcher Fahrten unternommen.
Für ein Kind mit Prothesen, im Rollstuhl sitzend oder mit anderen Behinderungen war und bleibt eine solche "Normalität" wie ein Theaterbesuch immer noch ein Luxus. Die Schwierigkeiten beginnen gleich hinter der Haustür: ein ungeeigneter oder gar kein Fahrstuhl, das Fehlen eines leichten, klappbaren Rollstuhls, Strapazen im öffentlichen Verkehr, keine behindertengerechte Einrichtung in Museen und Theatern.
Viele behinderte Jugendliche waren jahrelang nicht mehr in öffentlichen Einrichtungen.
Andererseits befinden sich unter den Patienten der Orthopädie-Klinik viele Waisenkinder aus verschiedenen Ecken Russlands. Für sie würde sich normalerweise der monatelange Aufenthalt in St. Petersburg nur auf den Stationsbereich begrenzen. Für diese Kinder, die ansonsten wenig Liebe und Freude erleben dürfen, bedeutet die Begegnung mit dem Schönen besonders viel.
Seit 2009 kam eine neue Projektrichtung dazu: Mit Unterstützung aus Wittichenau konnte man Busausflüge für junge Geistigbehinderte anbieten. Diese Jugendlichen besuchen vormittags eine arbeitstherapeutische Werkstatt, wo sie einfache Arbeiten verrichten. Dafür erhalten sie monatlich bis 200 Rub. (5, -) zusätzlich zu ihrer Krankenrente, die ohnehin der Minimalrente von 5.100 Rub.(etwa über 130,- €) gleicht. Diese jungen Menschen, darunter einige mit akademischer Ausbildung, meiden die öffentlichen Stellen wegen der immer noch üblichen Vorurteile gegenüber solchen "besonderen Leuten“. Und wie sehr wünschen sie sich, die historischen Plätze, die schönen Vororte oder religiösen Heiligtümer der Stadt St. Petersburg einmal
besichtigt zu haben! Für diese Menschen unternimmt das Projekt auch gemeinsame Feiern wie Ostern oder Weihnachten, wo die Kultur des Miteinanders gepflegt und die Talente jedes Einzelnen gezeigt, entfaltet und befördert werden
Die Fahrten dauern zwar nur einige Stunden am Tag, da die Busmiete 600 Rub./pro Stunde beträgt. Aber der Eindruck von der liebevollen Zuwendung, von der Atmosphäre des fröhlichen Gemeinschaftserlebnisses während der Fahrt und die geteilte Freude wird sowohl bei den Kindern als auch bei den geistig behinderten Jugendlichen tief im Herzen weiterleben.